Im September 2022 sind wir mit unserer Schleswiger Graswurzelbewegung im Anti-Frust-Buch der Stiftung FUTURZWEI gelandet. Wir freuen uns und wünschen uns, dass unser Slogan VON UNS AUS in viele Köpfe gelangt. Die jetzt anstehenden weltweiten Aufgaben schafft keine Regierung, keine Kommune ohne die Menschen, für die sie steht.
Hoffnungsvoll Dorothee Tams und Marlies Jensen-Leier
„Zu spät für Pessimismus". Das FUTURZWEI-Anti-Frust-Buch für alle, die etwas bewegen wollen“ herausgegeben von Dana Giesecke und Harald Welzer, S. Fischer Verlag, 192 Seiten, 24 Seiten, 24 Euro. Es ist eindeutig zu spät für Pessimismus, weshalb der sofortige Erwerb des FUTURZWEI-Anti-Frust-Buches nunmehr noch das Einzige ist, was hilft. Wer derzeit eine Zeitung aufschlägt oder Email öffnet, ist auf schlechte Nachrichten gefasst. Hier kommt zur Abwechslung eine gute: Das FUTURZWEI-Anti-Frust-Buch ist pünktlich zum ultimativen Peak Krise fertig geworden! Hier erzählen die, über die wir sonst unsere „Geschichten des Gelingens“ erzählen, wie sie mit ihrem Frust über’s Nicht-Gelingen umgehen und was ihre Tricks und Strategien sind trotzdem weiterzumachen, wenn links und rechts und oben und unten und überhaupt alles mal wieder vergeblich erscheint. Denn es ist „Zu spät für Pessimismus“!
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Bisherige AKTIONEN unter dem Motto: VON UNS AUS - JETZT CO2 reduzieren:
- Einsatz für eine Verbesserung des Schleswiger Radwegenetzes
- Weihnachtsbrief an die Landfrauen: Ernährung wieder mehr aus der Region heraus
- Neujahrsbrief an den Bischof: "Von uns aus - jetzt CO2 reduzieren" - könnte an jedem Kirchturm hängen
- Vorschläge an die Stadt Schleswig zur Beruhigung des innerstädtischen Verkehrs
- Bahnhof Schleswig - Dialog mit dem Investor und Weiterbau JETZT!
- Brief an den Minister für Wirtschaft und Klimaschutz Robert Habeck
- Brief an den Präsidenten der Russischen Föderation Wladimir Putin
- Prozessbegleitung - Verhandlung am 14.12.2022 beim Amtsgericht Schleswig in Sachen Klima-Aktivismus
Aktion 1) Am 29.11.2020 haben wir auf den schlechten Zustand des Schleswiger Radwegenetztes aufmerksam gemacht.
CO2 reduzieren/zum Fahrradfahren motivieren!
Fotos: Privatarchiv
Haben an einigen irrsinnigen Vorgaben mit grüner und rosa Kreidefarbe bessere Vorschläge markiert! Der Bürgermeister hat Strafanzeige gegen uns gestellt. Am 17. März 2021 erschien der neue ADFC-Fahrradklimatest. Schleswig landete wieder mal auf den hinteren Plätzen: In der Kategorie 20.000 bis 50.000 EinwohnerInnen auf Platz 16 (von 17). Bundesweit belegt Schleswig den 364. Platz von 415 Städten. Am 31.3.2021 erhielten wir Strafbefehl. Wir haben (ohne Anwalt) Widerspruch eingelegt. Am 15. Juli 2021 hat das Gericht "wegen unseres Vorbringens" das Verfahren gegen uns endgültig eingestellt. Der Bürgermeister betonte trotz Einstellung des Verfahrens presse-öffentlich, dass er seine Strafanzeige gegen uns nach wie vor für gerechtfertigt halte. Aufgrund von Presseberichten erreichte uns eine große Anzahl von Glückwünschen, Ermutigungen und Spendenangeboten (zum Begleich der Reinigungskosten d.d. Stadt). Nach anfänglichem Zögern haben wir uns entschlossen, die Spenden anzunehmen und sie einem gemeinnützigen Zweck zukommen zu lassen. Die Reinigungskosten haben wir selbst gezahlt. 500 Euro eingegangene Spenden haben wir der panterstiftung der taz zukommen lassen, die sich für die Förderung kritischer JournalistInnen im In- und Ausland einsetzt. Freier Journalismus ist die vierte Säule unserer Demokratie. Inzwischen hat die Stadtverwaltung begonnen, Fahrradwege neu zu markieren - wieder ohne Dialog mit den BürgerInnen und neuem Ärger (kritische Leserbriefe). Und sie hat einen Fragebogen zum Fahrrad-Verkehr herausgegeben. Bisher ist kein Ergebnis bekanntgegeben. Link zur Sendung extra3: https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/extra_3/extra-3-Spezial-Der-reale-Irrsinn-auf-der-Couch-5,sendung1193134.html
Fotos: Privatarchiv
Dokumentation 30 Jahre Bemühungen von SchleswigerInnen um bessere Fahrradwege 20 m lang im Ratssaal von uns ausgerollt
Aktion 2) In einem Weihnachtsbrief haben wir den Landfrauen in Schleswig-Holstein einen
vorgeschlagen. Dabei soll es um die Zukunft der nachfolgenden Generationen und um Möglichkeiten der Ernährung der Bevölkerung wieder mehr aus der Region heraus gehen. Die Landfrauen in Schleswig-Holstein haben unser Angebot zum Dialog in ihre neue ReferentInnenenliste aufgenommen.
Aktion 3) Neujahrsbrief an den Bischof: Das riesige Banner am Schleswiger Domturm - JETZT FENSTERPATE WERDEN! - hat uns - schmunzelnd - an Johann Tetzel erinnert. Wir haben uns gefragt, ob es da in dieser Zeit nicht anderes zu verkünd(ig)en gibt. Haben an die Bewahrung der Schöpfung gedacht. Zuerst haben wir die Antwort bekommen, dass wegen des Baufortschritts am Dom ein neues Banner nicht mehr möglich sei. Dann haben wir dem Herrn Bischof angeboten, ihm unser Banner für den Bauzaun zu schenken: VON UNS AUS: JETZT CO2 REDUZIEREN!
Fotomontage: Petra Lühr
Unser Banner ist von globalem Interesse, überkonfessionell, überparteilich, nichtkommerziell und uneigennützig. Es wurde abgelehnt (während am Bauzaun für alles Mögliche andere geworben wird). Zum Weltklimastreik am 19.3.21 haben wir diese unsere Idee an den Ratsvorsitzenden der EKD weitergeleitet: Ein ähnliches Banner könnte jetzt an jedem Kirchturm hängen! Bisher erfolglos.
Aktion 4) Am 21.3.2021 haben wir unsere Aktion Autoverkehr / CO2 reduzieren gestartet. Wir konnten die AnliegerInnen besonders belasteter Straßen motivieren, Banner, Plakate, Fähnchen mit flotten Sprüchen an ihren Gartenzäunen zu platzieren und ihre Vorschläge an Bürgermeister und Rat zu schicken. Es ist eine schöne bunte Aktion geworden. Bis jetzt liegt uns von der Stadt keine Antwort auf unsere Vorschläge vor.
Fotos: Privatarchiv
VON UNS AUS
Wir wollen weniger CO2.
Wir wollen mehr Demokratie.
Von uns aus handeln können wir alle!
Dorothee Tams & Marlies Jensen-Leier
www.future-von-uns-aus.de
Klimastreik-Aufruf: Klimastreik_24_9_21_Aufruf.pdf
Klimastreik-Resolution: Klimastreik_24_9_21_Resolution.pdf
September 21:
Aktion 5) Bahnhof Schleswig –
Dialog und Weiterbau JETZT !
Wir würden uns auch auf die Schienen setzen, um es voranzubringen. Aber muss es so weit kommen?
Nachdem unsere Kommune auf unsere Aktionen zur Verkehrswende keine Dialogbereitschaft in der Sache zeigt , haben wir jetzt - auch - das Bahnhofs-Projekt von uns aus in die Hand genommen: Spätestens seit 2008 wird unsere Kommune ihrer Zuständigkeit - Einsatz für Mindestanforderungen an den Bahnhof einer 25.000-EinwohnerInnen-Stadt - nicht gerecht. Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungs-gericht kann Jahre dauern. Darauf kann Schleswig nicht warten – insbesondere nicht, weil
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die Förderung des ÖPNV wesentlicher Faktor zur Vermeidung von CO2 ist ! Angesichts des Klimawandels ist ein Ausbau des Bahnverkehrs, sind attraktive Bedingungen für BahnkundInnen, ist eine sofortige Beendigung des Schleswiger Bahnhofsdesasters unabdingbar.
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der Bahnhof von a. o. Bedeutung für unsere Stadt ist, weil er • an der Hauptbahnstrecke zwischen Nordeuropa und der Welt liegt • Tor zu einer Weltkulturerbe-Region ist (inzwischen mit UNESCO-Prädikat!) • Tor zu der Stadt mit dem zweitreichsten Kulturerbe in Schleswig-Holstein. Wir schämen uns, dass BesucherInnen unserer Stadt durch eine solches Tor müssen.
Ein Blickwinkel auf den Verlauf
- Der Ursprung des Desasters ist begründet in der Entwicklung der Deutschen Bahn AG. Mit ihrer Konzentration auf die Metropolen, mit „global Playing“ und dem Verkauf ihrer einst stattlichen Bahnhöfe verlor sie das Wohl ihrer Kundschaft, das noch vor wenigen Jahrzehnten bis hinein in die Regionen bestens gegeben war, aus den Augen.
- Das Angebot der Bahn an die Stadt Schleswig im Jahr 2008, den Bahnhof zum Preis eines Einfamilienhauses zu erwerben, wurde von der Kommune abgelehnt.
- Eine gut durchdachte Beschlussvorlage der Fraktion der GRÜNEN zum Erwerb des Bahnhofs durch die Stadt (zur Ratsversammlung am 10.9.2012) wurde abgelehnt.
- Vorschläge der Zukunftswerkstatt Schleswig in Kooperation mit den GRÜNEN, Wirtschaftsverbänden und Ostseefjord Schlei wurden vom Tisch gewischt.
- Als 2013 der Investor Hubert Herr das Schleswiger Bahnhofsgebäude für 188.000 Euro ersteigert, wird das Projekt zunächst sowohl vom Bauausschuss als auch von der Bevölkerung begeistert begrüßt.
- In einer öffentlichen Versammlung zum Thema „Zukunft des Bahnhofs“ im Hohenzollern, zu der die Freien Wähler Schleswig (FWS) eingeladen hatten (an der die mitunterzeich-nende M. J.-L. teilgenommen hat), stellt Hubert Herr in aller Form sein Projekt „Eventbahnhof Schleswig“ vor. Er erklärt u. a., er habe ein Jahr lang keine Antwort auf seinen Bauantrag erhalten. Anwesende Ratsleute widersprechen dem nicht. Er räumt im Verlauf seines Vortrags ein, dass auch er Fehler gemacht habe. Während der Veranstaltung wird deutlich, dass in den sozialen Medien offenbar eine niveaulose Debatte zum Thema stattfindet, die sich gegen Hubert Herr richtet. Wie kann es sein, dass Stadt und Kreis angesichts der Bedeutung des Bahnhofs für unsere Stadt/Region nicht von vornherein, d. h. gleich nach dem Erwerb durch Hubert Herr, in ureigenem Interesse auf den Investor zugegangen sind? Was macht es mit einem Menschen, der mit einer guten Idee in die Stadt kommt und auf ein solches Desinteresse stößt? Wie ist es möglich, dass ein Bauherr mit dem Umbau eines Gebäudes von derartigem öffentlichen Interesse beginnt und - offenbar ohne detaillierte Abstimmung - damit sichtbar weit fortschreiten kann, ohne dass die in der Region zuständigen Behörden sich rechtzeitig einschalten? Dürfen wir von unseren RepräsentantInnen nicht so viel diplomatisches Geschick erwarten, dass ein Projekt von derartiger Bedeutung zum Wohle der Stadt und ihrer BürgerInnen zustande kommt? Inzwischen sind 13 Jahre verstrichen!
Der Schleswiger Geister-Bahnhof Können Ratsleute sich überhaupt vorstellen, was dieser Bahnhof für Menschen ohne Auto bedeutet? - z. B. für eine Frau abends oder nachts allein, die vom Gleis 3 abfahren muss? Der tote Bahnhof. Die beängstigende lange, unwirtliche, verdreckte Unterführung mit ständigen Pfützen. Mitunter kein zweiter Fahrgast. Mitunter finstere Gestalten. Beim Warten am Gleis im Rücken die schwarze Nacht. Brache. Wildnis. Unsicherheit. Furcht. Oder abends oder nachts anzukommen auf Gleis 1. Der tote Bahnhof. Kein Bus mehr. Kein Taxi - oft auch tagsüber nicht (in Husum stehen noch um Mitternacht 7 Taxis am Bahnhof). Bestimmt hat sie Freunde, die Frau am Bahnhof. Bestimmt würde einer sie abholen. Aber will sie ihre Freunde wecken, nur, weil ihre Kommune es nicht schafft, die notwendige Daseinsvorsorge für ihre BürgerInnen zu regeln? Die Frau geht zu Fuß durch die menschenleere Stadt. Sie braucht über eine Stunde vom Bahnhof nach Hause durch die dunkle Nacht. Auf dem Rücken der schwere Rucksack. Oder: An der Hand der Rollkoffer, der lärmt durch die schlafende Stadt. Im Nacken die Angst. Im Kopf die Fragen: Wie wird es weitergehen, wenn ich den Weg zu Fuß nicht mehr schaff? Muss ich mir jetzt, mit über 70 und angesichts des Klimawandels (nachdem ich seit dem Bericht des Club of Rome - 1972 - bewusst auf ein eigenes Auto verzichtet hab) ein Auto anschaffen, nur weil meine Kommune es nicht hinkriegt ...?“
Nach Kontaktaufnahme zum Investor Wir haben Hubert Herr gut begründet und in aller Form einen Brief geschrieben, aus dem sich ausführlicher Schriftwechsel und gute Gespräche ergaben. Dabei haben wir u.a. erfahren, dass im Jahr 2017 die DB-Netz-AG, die bis dahin im Bahnhof Schleswig ca. 200 Quadratmeter Büros angemietet hatte, die Gleisbauabteilung und weitere Büros, welche bisher auf mehrere Standorte in Flensburg, Rendsburg und Schleswig verteilt waren, am Bahnhof Schleswig bündeln und unterbringen wollte. Dazu wurden 250 Quadratmeter ausgebaut/ein Anbau errichtet. Aufgrund des Baustopps durch die Bauverwaltung Schles-wig im Oktober 2016 und der langjährigen Posse, hat sich die DB-Netz-AG inzwischen anderenorts Räumlichkeiten angemietet, ist komplett aus dem Bahnhofsgebäude ausgezogen und hat den Vorvertrag für weitere Fläche zurückgezogen. - Einmal mehr ein vertane Chance für unsere Stadt. Nach Schriftwechsel und Telefonaten mit Hubert Herr (Juli/Sept. 2021) dürfen wir festhalten: Vor Bauantrag habe auf seine Initiative eine Ortsbegehung mit einem Vertreter der Bauaufsicht stattgefunden. Nach Bauantrag sei von Seiten der Kommune niemand zu einem Gespräch auf ihn zugekommen. Hubert Herr hat uns erklärt: "Ich möchte das Schleswiger Bahnhofs-Projekt liebend gern fortsetzen und zu Ende bringen. Ich bin zu Kompromissen bereit. Aber man muss aufeinander zugehen, Schritt für Schritt. Kompromissbereitschaft der Schleswiger Kommune und der Denkmalbehörde ist bei diesem Projekt zwingend erforderlich. So kann für Schleswig, seine BürgerInnen und für die Region etwas Gutes und Schönes entstehen."
Wir fordern von uns aus Wiederaufnahme der Bauarbeiten am Bahnhof JETZT! Wir fordern Versöhnung mit dem Investor, echten Dialog und gemeinsame Planung zur zügigen Wiederherstellung der Infrastruktur und Umbau zum geplanten „Event-Bahnhof“. Das muss jetzt diplomatisch errungen werden. Dabei gilt es, alle denkbaren Ermessensspielräume zu nutzen. Wir wollen von uns aus an diesem Dialog teilnehmen.
Dorothee Tams Marlies Jensen-Leier
Aktion 6)
Marlies Jensen-Leier im Bundestagswahlkreis 1 - Ostern 2022
Persönlich! Herrn Minister Robert Habeck Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz Scharnhorststr. 34-37 11019 Berlin
Gedanken an Robert Habeck aus dem Bundestagswahlkreis 1
Sehr geehrter Herr Minister, sehr verehrter Robert Habeck,
seit einigen Wochen frag ich mich, die ich das Glück hab, in Ihrem Wahlkreis zu leben, ob es möglich ist, Sie bei all dem, was Sie z. Z. übermenschenmöglich leisten, mit einem bedeutenden Gedanken zu erreichen. Nach Ihrem Aufruf zum Energiesparen hab ich mich nun zu diesem Brief an Sie entschlossen, weil IHR Aufruf Teil meines Gedankens ist: Kein Wort will stehen für den Krieg in der Ukraine, der von jenseits menschlicher Gesellschaft ausgeht. Aber angesichts dieses Irrsinns dringt kaum durch, was uns - weltweit - in erster Linie bewegen muss. Selbst politische EntscheidungsträgerInnen, die die Weltlage ökologisch-ökonomisch-philosophisch-sozial durchdrungen haben und verstehbar erklären können, denken immer noch, dass der notwendige Wandel von Oben gesteuert mit neuen Technologien gelingen kann. Das kann er nicht! Scientists for Future haben in Studien belegt, dass die Folgen des Klimawandels von den in Verantwortung stehenden Institutionen immer noch unterschätzt werden*. Wenn Menschen weltweit also auf Ansagen von Oben warten, wird es zu spät sein: Die JETZT anstehenden Aufgaben für eine lebbare Zukunft für die kommenden Generationen schafft keine Regierung ohne Mitwirken der Menschen, für die sie steht. Dazu braucht es jetzt eine weltweite Kampagne, bei der es darum geht, dass wir alle jetzt von uns aus unsere Lebensgrundlagen auf der Erde bewahren. - Die UN stehen z. Z. in beispielloser Einigkeit zusammen, so dass mit weltweiten Demonstrationen und Sanktionen Druck auf diejenigen ausgeübt werden kann, die mit dem völkerrechtswidrigen Angriff auf die Ukraine Zukunft auf unserem Planeten zerstören. Die Ukraine braucht unsere Hilfe. Aber:
Wir haben weder Zeit noch Geld für Hochrüstung und Krieg!
^ Das müsste jetzt die fetteste Überschrift in aller Welt sein und Kern diplomatischer Argumentation.
Mit einem riesigen Paket Kraft für Sie und mit herzlichen Grüße aus Ihrem Wahlkreis
Marlies Jensen-Leier
- WHAT LIES BENEATH – Vorwort H. J. Schellnhuber:
https://52a87f3e-7945-4bb1-abbf-9aa66cd4e93e.filesusr.com/ugd/148cb0_33eeeab21f4a43d6acbbb46bd106a9f5.pdf
jensen@leierliest.de www.leierliest.de www.future-von-uns-aus.de
Aktion 7)
Mai 2022: Brief an den Präsidenten der Russischen Föderation Wladimir Putin
Marlies Jensen-Leier im ehemaligen Herzogtum Schleswig-Holstein-Gottorf - Mai 2022
Persönlich! an den Herrn Präsidenten der Russischen Föderation Wladimir Putin
über den Herrn Botschafter Sergei Jurewitsch Netschajew
Unter den Linden 63 – 65 10117 Berin
Gedanken an den Herrn Präsidenten der Russischen Föderation Wladimir Putin
Exzellenz,
aus dem schönen ehemaligen Herzogtum Schleswig-Holstein-Gottorf heraus, aus dem Karl Peter Ulrich von Holstein Gottorf stammte, der 1762 als Peter III. Zar von Russland wurde und die Linie „Romanow-Holstein-Gottorp“ begründete, frag ich mich, ob es wohl möglich ist, Sie ganz persönlich mit einigen Gedanken zur aktuellen Weltlage zu erreichen? Sollte dies nicht möglich sein, wäre es bedauerlich, aber diese Gedanken wären trotzdem in der Welt:
Wenn ich an Russland denk
Wenn ich an Russland denk, und ich denk jetzt jeden Tag an Russland, denk ich an Schloss Gottorf, denk ich an Moskau und seinen Großen Kremlpalast, denn diese sind in ihrer Architektur verwandt und nicht nur in ihrer Architektur.
Wenn ich an Russland denk, denk ich an 1713: Nachdem die Gottorfer den Nordischen Krieg verloren hatten, traf Zar Peter der Große als Verbündeter des dänischen Königs Friedrich IV. mit seinem Gefolge auf Schloss Gottorf in Schleswig ein. Dort wollte der Zar „das Weltwunder von Gottorf“ sehen, den berühmten Globus ... Er war ganz erstaunt, war voll des Lobes und sagte: Wahrhaftig, das ist ein Weltwunder! Am liebsten würde ich den Globus mit nach Hause nehmen, in mein feines neues St. Petersburg!“ Und so geschah es. König Friedrich IV. von Dänemark ließ den Globus vom Schleswiger Stadthafen aus über die Ostsee nach St. Petersburg bringen ... - Es war Herzog Friedrich III. von Gottorf (1597- 1659), der die kühne Idee zu diesem Wunderwerk hatte und es gemeinsam mit seinem Hofmathematikus, dem Universalgelehrten Adam Olearius, verwirklichte. - Herzog Friedrich III. Von Gottorf, der, wie schon sein Vater, lieber Kunst und Kultur in seinem Land fördern wollte, lieber Handel treiben als Krieg führen. Ja, wenn es nach ihm gegangen wäre, hätte es den Dreißigjährigen Krieg gar nicht gegeben!
Wenn ich an Russland denk, denk ich an das Weltwunder von 1989. – Wer hätte diesen 9. November 1989 zu seinen Lebzeiten für möglich gehalten? Es ist das glückliche Ende dessen, was nicht nur die Teilung Deutschlands bedeutete, was auch die Teilung Europas und der Welt war. Ich denk diesen Weltmoment in seiner Grenzen, Mauern und Stacheldraht überschreitenden fassungslosen vielfältigen Freude an allen Orten im Land und auf der ganzen Erde, in seiner friedlich möglich gewordenen Unmöglichkeit. Denk: Jetzt verwirklicht sich der Traum von einer besseren, friedlicheren Welt. – Bis dahin hatte ich die riesige russische Landkarte in Verbindung mit Romanen, historischen Filmen und im Zusammenhang mit der Gottorfer Heiratspolitik im Kopf. Bilder von Napoleon und seinen Generälen Winter und Schlamm. Von Eislaufidyllen in St. Petersburg. Von friedlichen Szenen mit Bauern und Babuschkas in schön verzierten Holzkaten bei Blinis, Salzgurken und Borschtsch. Bilder von den vergilbten Romanows. Von Pasternaks Jurij, Tonya, Lara, Strelnikow, Komarowski, Jewgraf ... Von Tolstois Anna. Vom schwarz-weiß gefrorenen Grauen in Leningrad und Stalingrad. Von dem einen Tag im Leben des Iwan Denissowitsch. Von Ljudmila Beloussowa und Oleg Protopopow auf dem Eis. Von großen Flüssen im Wind vor dem Eisgang. Von den gewaltigen Militäraufmärschen in Moskau in Grau mit roten Sternen. Von den wechselnden Gesichtern des Zentralkomitees der KPdSU hinter dem eiskalten Eisernen Vorhang, den ich himmelhoch und mit starren Vorhangfalten sah. – JETZT ist der Vorhang weg! JETZT seh ich auf der Landkarte bunte Kulturen, zu denen wir vorsichtige Kontakte anbahnen ... Welche guten Hoffnungen bestehen!
Wenn ich an Russland denk, denk ich an den 18. Juni 1994, als in Berlin unter dem Jubel von 75.000 Zuschauern die letzte Parade der fast fünfzigjährigen Stationierung westalliierter Truppen stattfindet. Ich denk mit Mitgefühl und Schmerz an die letzten russischen Soldaten. Sie werden am 31. August in einer Feierstunde im Schauspielhaus verabschiedet. Ich empfinde das sofort als tiefe Demütigung. Allein auf deutschem Boden sind 650.000 sowjetische Soldaten gefallen. 27 Millionen Sowjetbürger kamen im Zweiten Weltkrieg ums Leben. Die Rote Armee hat wesentlichen Anteil am Ende der Naziherrschaft. Wie konnte man – nach dem Wunder von 1989? Wie konnte man – in der Hoffnung auf Weltfrieden? „Die Feier im Schaulspielhaus am Gendarmenmarkt verdeckte nur mühsam den Schmerz der Russen darüber, daß ihre Truppen nicht gleichberechtigt mit den Westalliierten aus Deutschland entlassen wurden ...“ (Frieder Reinhold/AP/DPA, Stern, zehn Jahre danach am 31. August 2004.) Als dann am 8. September 1994 die feierliche Verabschiedung der westalliierten Truppen mit großem Zapfenstreich am Brandenburger Tor stattfindet, denk ich an Russland.
Wenn ich an Russland denk, denk ich an den 11. September. Am 13. September finde ich wieder zur Sprache, zum Schreiben. Mein Brief an Kanzler Schröder erscheint in den „Kieler Nachrichten“ und in der „taz“ in Berlin: AUFSCHREI GEGEN EINEN MILITÄRISCHEN VERGELTUNGSSCHLAG! Kein Wort kann es beschreiben, dieses von außerhalb menschlicher Gesellschaft, aber nach der Feststellung unseres Kanzlers: „Dies ist eine Kriegserklärung gegen die gesamte zivilisierte Welt“, frag ich: Was, bitte, ist die zivilisierte Welt? Ist es - z. B. - die Welt, die auszog und Kreuzkriege gegen Un- und Andersgläubige führte? Die, die Rohstoffe anderer Welten ausbeutete und ausbeutet und bei Gebirgen von Überproduktion und Verschwendung - wissentlich - täglich viele Tausend Menschen verhungern, Millionen Menschen im Elend lässt? Ist es die Alte Welt, von der der Erste Weltkrieg ausging (die sog. Mutterkatastrophe des 21. Jahrhunderts) und der Zweite Weltkrieg, der sich durch die Todesfabriken der Nazis von jedem anderen Grauen unterscheidet? Ist es jene, die eine ganze Nation ausrottete, um deren Heimat als Neue Welt in Besitz zu nehmen, die Atombomben schon wirklich warf und von der sowas wie der Vietnamkrieg ausging? Ist es die Welt der Industrienationen, die heute in einer zweiten Phase der Kolonialisierung mit ihrer Idee der Gewinnmaximierung die Macht über die Welt ergriffen hat, die sich beinahe nur noch mit Banalem beschäftigt und dabei die Zukunft der Menschheit aufs Spiel setzt - unsere Erde mehr und mehr zerstört - von der wir nicht weg können und zu der uns niemand von woanders was bringt? Was ist die zivilisierte Welt? ... Der Begriff ‚zivilisierte Welt‘ ist eine Beleidigung in sich. Er überhebt sich über andere Gedanken, Völker und Welten. Er ist eine unbedachte Provokation und mit Ursache für das, was am 11. September geschah.
Wenn ich an Russland denk, denk ich an IHRE Rede vom 25. September 2001 im Deutschen Bundestag, das erste Mal in der Geschichte der deutsch-russischen Beziehungen, dass ein russisches Staatsoberhaupt im Bundestag redet. Ich hab diese Ihre Rede jetzt noch einmal gelesen. - Welche guten Hoffnungen bestanden ... Ich denk an „das europäische Haus“, an das „starke und lebendige Herz Russlands, welches für eine vollwertige Zusammenarbeit und Partnerschaft geöffnet“ war.
Wenn ich an Russland denk, denk ich an jene große alte Kultur, an seine stolzen Menschen, an ihre wissenschaftlichen Errungenschaften, an ihre Literatur, an ihr unendliches Reich, das mit schönen Landschaften und reichen Bodenschätzen, mit schönen Städten, Wäldern, Gewässern gesegnet ist – unter dem Himmel unseres gemeinsamen Planeten. Denk - und nenn dieses nur als ein Beispiel - an die Warnungen der Menschen in den Weiten Sibiriens, die in aktuellen Dokumentationen ihre Sorge um das Auftauen der Permafrostböden kund getan haben und die daraus resultierenden Folgen, ...
Wenn ich an Russland denk, denk ich an den Krieg mitten in Europa - JETZT ... Kein Wort will dafür stehen.
Ich weiß nicht genug, um all das, was geschehen ist und was seit 2001 geschehen ist, letztlich zu erschließen, denn vieles bleibt hinter den Kulissen der Weltbühne verborgen. Ich betrachte die Welt, ungefähr seit ich 18 bin, aus der Vogelperspektive, grenzenlos und nahe an den Gedanken jenes Menschen Rudi Dutschke: „ ... Wir können eine Welt gestalten, wie sie die Welt noch nie gesehen hat, eine Welt, die sich auszeichnet, keinen Krieg mehr zu kennen, keinen Hunger mehr zu haben, und zwar die ganze Welt. Das ist unsere geschichtliche Möglichkeit. ...“ Aus dem Interview mit Günter Gaus 1967.
Aber ich weiß und weiß: Wir haben weder Kraft noch Zeit für Hochrüstung und Krieg! Das müsste jetzt die fetteste Überschrift in aller Welt und Kern diplomatischer Argumentation und diplomatischen Handelns sein.
Begeben wir uns in die globale Wirklichkeit, die es weit über fortschrittliche Politik hinaus zu bedenken gilt: Wir haben längst vergessen, uns an den Lebensgrundlagen auf unserem Planeten zu orientieren. Inzwischen befinden wir uns in einer beispiellosen klimatischen und ökologischen Dramatik. Die fortschreitenden menschengemachten globalen Klimaauswüchse sind zum existentiellen Risiko für alles Leben herangewachsen. Wir haben Massenmigration und Pandemie. Wir haben ökonomische und politische Instabilität. Wir leben in weltweiter digitaler und medialer Hyponose und sind vom Notwendigen abgelenkt. ... Seit dem 24. Februar 2022 haben wir Krieg in der Ukraine, in einer der fruchtbarsten Regionen unseres Planeten, einem der Wawilowschen Zentren! -
Wir müssen uns JETZT entscheiden: Wollen wir über uns hinauswachsen und uns kümmern um die uns allen gemeinsame Welt? Das notwendige Wissen und Können ist vorhanden. Oder wollen wir unvorstellbare Folgen jahrzehntelangen rücksichtslosen Handelns den kommenden Generationen hinterlassen, den Kindern, den süßen Enkelkindern? Selbst politische EntscheidungsträgerInnen, die die Weltlage ökologisch-ökonomisch- philosophisch-sozial durchdrungen haben und verstehbar erklären können, denken immer noch, dass der notwendige Wandel von Oben gesteuert mit neuen Technologien gelingen kann. Das kann er nicht! Scientists for Future haben in Studien belegt, dass die Folgen des Klimawandels von den in Verantwortung stehenden Institutionen immer noch unterschätzt werden*. Wenn Menschen weltweit also auf Ansagen von Oben warten, wird es zu spät sein: Die JETZT anstehenden Aufgaben für eine lebbare Zukunft für die kommenden Generationen schafft keine Regierung ohne Mitwirken der Menschen, für die sie steht. Dazu braucht es jetzt eine weltweite Kampagne, bei der es darum geht, dass wir alle jetzt von uns aus unsere Lebensgrundlagen auf der Erde bewahren. Unser Vorstellungsvermögen schärfen. Globalen Verantwortungszusammenhang erkennen. Gemeinsam neue gesellschaftliche Übereinkünfte aushandeln. Dabei ist es von größter Bedeutung, dass wir – weltweit – unser Leben, unsere Ernährung wieder mehr aus der Region heraus sicherstellen, gefährliche Abhängigkeiten und sinnlose Wege vermeiden, was nicht heißt, dass nicht weiterhin sinnvoller Welthandel notwendig ist. Setzen wir uns mit der tatsächlichen Wirklichkeit auseinander. VON UNS AUS! Jede und jeder Einzelne ist zuständig - beginnend mit der Frage: Was mach ich eigentlich? Womit beschäftige ich mich. Was kann ich tun damit ...
Exzellenz, Wladimir Putin, Präsident der Russischen Föderation, BITTE setzen Sie sich gemeinsam mit den russischen Menschen, mit all ihrem Wissen und Können, mit allen Möglichkeiten ihrer bedeutenden Nation für ein Überleben auf unserem wunderbaren Planeten ein. BITTE setzen Sie sich mit an die Spitze dieser Bewegung.
Mit hoffnungsvollen Grüßen
Marlies Jensen-Leier www.leierliest.de www.future-von-uns-aus.de
- WHAT LIES BENEATH – Vorwort H. J. Schellnhuber: https://52a87f3e-7945-4bb1-abbf-9aa66cd4e93e.filesusr.com/ugd/148cb0_33eeeab21f4a43d6acbbb46bd106a9f5.pdf